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Portrait



Haute Route - Königin aller Skitouren

Hinter diesem Titel verbirgt sich eine der bekanntesten Skidurchquerungen im Alpenraum. In sechs Tagen gelangt man per Tourenski vom Bergsteigerort Chamonix in den Walliser Alpen nach Zermatt, der ebenso einer der berühmtesten Alpinorte in den Alpen ist.



Bericht von Patrik Jost


Begeisterte Skitourengruppe in der Haute Route Über wilde Gletscher und hochalpine Pässe führt die klassische Haute Route, die nicht nur eine gewaltige Skitour sondern auch ein unvergessliches Erlebnis darstellt. Der 'hohe Weg' verbindet die Gipfelriesen Montblanc, Matterhorn und Monte Rosa. Für Skitourengeher ist sie die Königin aller Skitouren, die jedem Skibergsteiger einiges abverlangt. "Nicht nur Kondition und Können sind dabei gefragt, sondern auch ein fundiertes Fachwissen", erklärt der Bergführer Patrick Jost - Leiter des Hindelanger Bergführerbüros.

Leichtsinn kann zur Todesfalle werden

Erst im letzten Jahr war der Leiter der Bergschule mit einer Gruppe im Gebiet unterwegs und konnte miterleben, wie Leichtsinn zur Todesfalle werden kann. Am fünften Tag der Durchquerung war die Gruppe der Bergschule zur Vignette Hütte auf 3158 Metern unterwegs. Tagsüber war es noch ein herrlicher Tourentag mit Sonnenschein, der sich jedoch durch einen Wettersturz zu einem Sturm entwickelte. Schlechte Sicht, Kälte und starke Windböen erschwerten diese Tagesetappe. Angekommen auf der Hütte war jeder sichtlich froh, geschützt dort die Nacht zu verbringen.

Hilfe für in Not geratene

Wichtige Adressen

  • Bergschule Hindelang
  • Lawinenlageberichte Alpen
  • Chamonix
  • Dynastar
  • Wetter Nord- und Südschweiz
  • Mit Einbruch der Dunkelheit kam ein Notruf zur Hütte, von einem Vater mit seiner Tochter. Durch die schlechte Sicht fand dieser Tourengeher die Hütte nicht mehr. Einziger Anhaltspunkt war seine Höhenangabe auf dem Höhenmesser. Schnell wussten die anwesenden Bergführer, dass sie Rettungstrupps - insgesamt vier - bilden mussten. Patrick Jost und weitere vier Bergführer machten sich in der Nacht auf die Suche, um die in Not geratenen zu finden. "Um 01.30 Uhr in der Nacht brachen wir die Suche ab", so Patrick Jost. "Die Gefahr noch in eine Spalte zu stürzen sowie das Auskühlen des eigenen Körpers war zu hoch." Auch die anderen Trupps brachen die Suche ab. Hohe Betroffenheit machtlos zu sein, konnte man jedem Bergführer ansehen.

    Erschütterndes Beispiel überforderter Tourengeher

    In der Früh toste noch immer der Sturm, was die Suche erschwerte. Weitere Suchmannschaften wurden vom Tal aus mobilisiert, jedoch konnte wegen des starken Windes kein Rettungshubschrauber eingesetzt werden. Patrick Jost brach die Tour mit seiner Gruppe ab und bewegte sich in Richtung Tal. Von dort aus rief er bei der Hütte an, um zu erfahren, ob der vermisste Skitourengeher und seine Tochter gefunden worden seien. Doch man konnte ihm keine Auskunft geben. Seinen Gästen konnte Jost solch einen Leichtsinn (leider) nicht deutlicher aufzeigen. "Es gibt viele Tourengeher, die auf gut Glück Skispuren hinterherlaufen und in solchen Regionen einfach überfordert sind, immerhin bewegt man sich auf einer derartigen Tour an der 4000er Grenze, wo andere Gesetzte herrschen."

    Planung ist das A und O

    Eine gute Planung kann natürlich einiges verhindern, wenn man sich im Vorfeld bewusst wird, was einen bei dieser Haute Route erwartet.

    Die gängigste Variante

    Felsen in der Haute Route

    1. Tag:

    Ausgangspunkt ist Argentiére, von wo aus man mit der Seilbahn Grand Montes zur Bergstation gelangt. Abfahrt und Anstieg zum Ref. Argentiére. Rund 2,5 Stunden; 600 m Abfahrt, 200 Hm Aufstieg.

    2. Tag


    Aufstieg zum Col du Chardonnet auf 3323 Meter und weiter über die beiden Passübergänge 'Fenétre du Saleina' und das 'Col des Ecandies'. Nach mehreren Anstiegen und Abfahrten steht eine lange Abfahrt durch das Val d`Arpett nach Champex bevor.Mit dem Bus oder Taxi weiterfahrt nach Bourg St. Pierre. Übernachtung in einer Pension. Rund 7 Stunden; 1000 Hm Aufstieg, 2000 Hm Abfahrt.

    3.Tag


    Aufstieg zur Hütte Cabane de Valsorey 3030 Meter. Rund 6 Stunden; 1400 Hm Aufstieg.

    4. Tag


    Aufstieg über das 'Plateau du Couloir' auf 3650 Meter und das 'Col du Sonadon' 3504 Meter zur Hütte Cabane Chanrion auf 2462 Metern. Rund 6 Stunden; 900 Hm Aufstieg, 1900 Hm Abfahrt.

    5.Tag


    Über den Gletscher Glacier du Breney zur Pigne d`Arolla auf 3796 Metern. Abfahrt zur Hütte Cabane des Vignettes auf 3158 Meter. Rund 7 Stunden; 1400 Hm Aufstieg, 700 Hm Abfahrt.

    6. Tag


    Über die Pässe Col de l´Evéque, Col du M. Brulé und Col de Valpelline wird über die Schönbielhütte nach Zermatt abgefahren. Rund 8 Stunden; 900 Hm Aufstieg, 2400 Hm Abfahrt.

    7. Tag


    Transfer nach Chamonix


    Hütten Telefonnummern


    (Reservierungen sind erforderlich)

  • Argentiere Hütte 0033/ 450 53 16 92
  • Pension in Bourg St. Pierre 0041/ 27 787 11 41
  • Valsorey Hütte 0041/ 27 787 11 22
  • Chanrion Hütte 0041/ 27 778 12 09
  • Vignette Hütte 0041/ 27 283 13 22


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